Acht Konten geknackt – 46.000 Bitcoins gestohlen

Wenn irgendwo Geld gestohlen wird, ist das normalerweise keine Meldung wert. Handelt es sich dabei um viel Geld, dann ist das zumindest keine Besonderheit mehr – es kommt halt vor! Was aber, wenn digitales Geld gestohlen wird? Dann lässt sich damit schon so mancher Artikel füllen! Ganz besonders dann, wenn es sich um Bitcoins handelt, wird gerne das ganze System in Frage gestellt. Sind Bitcoins also nun doch unsicher oder sollten manche Leute nur einfach besser auf ihr Geld aufpassen?

Satte 170.000 Euro in Form von Bitcoins haben vor kurzem den Besitzer auf höchst unfreiwillige Art gewechselt. Das entspricht rund 46.000 Bitcoins und ist eine Menge Geld. Zu viel Geld, um es einfach so herumliegen zu lassen, könnte man meinen. Aber genau das war der Fehler, den die Bestohlenen wider besseres Wissen gemacht haben. Zu diesen gehört auch die Bitcoin Börse Bitcoinica, die allein schon einen Verlust von 43.000 BTC zu beklagen hat. Insgesamt wurden acht Personen bestohlen, die auf dem kommerziellen Webserver Linode einen Teil ihrer Bitcoin-Vorräte lagerten. Allerdings unverschlüsselt, da sie für schnelle Transaktionen zur Verfügung stehen sollten.

Zwar handelt es sich beim Bitcoin um eine digitale Währung, aber auch diese kann gestohlen werden, sofern der digitale Geldbeutel, die sogenannte wallet.dat, nicht ausreichend gesichert ist. Ließe man Bargeld in einer Fußgängerzone offen herumliegen, würde es ebenfalls binnen weniger Minuten einen neuen Besitzer finden. Nur ist es nicht die Schuld der Währung selbst, gestohlen zu werden. Auf Seiten von Bitcoin hat man dennoch reagiert, und in ein paar Monaten soll es ein entsprechendes Update des Bitcoin Netzwerkes geben, mit dessen Hilfe beispielsweise nicht mehr der gesamte Inhalt einer Wallet transferiert werden kann. Nur noch einer von bislang zwei privaten Schlüsseln soll im digitalen Geldbeutel für Transaktionen bereit liegen, während sich der andere aus Gründen der Verifizierung auf einem anderen Server befindet.

Besitzern von Bitcoins sei geraten, nur einen geringen Teil ihrer Vorräte an Bitcoins für Transaktionen auf Servern bereit zu halten. Der Rest sollte gut verschlüsselt und möglichst physisch vom Internet getrennt aufbewahrt werden. Hierfür eignen sich beispielsweise USB-Sticks, die man dann aber nicht mehr am Schlüsselbund oder lose mit sich herumtragen sollte.

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